FREITAG / Nicola Stäubli - © Swiss Design Awards Journal
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24 April 2018

FREITAG / Nicola Stäubli

Der ZIPPELIN, eine aufblasbare Reisetasche, ist das Ergebnis einer Entwicklung von FREITAG mit Produktmanager Nicola Stäubli. Nach einer mehr als positiven Rückmeldung von der internationalen Designcommunity nimmt FREITAG den ZIPPELIN ab Sommer 2018 ins Programm. Die leichte, robuste Reisetasche auf Rollen — jede ein Unikat — löst das Dilemma aller urbanen Gepäckstückbesitzenden: Wenn die Reise zu Ende und die Luft raus ist, zeigt die 85-Liter-Tasche ihre wahre Grösse: Zusammengerollt braucht der ZIPPELIN nicht mehr Platz im Schrank als die Zwei-Liter-Schnapsflasche aus dem Duty-free.

FREITAG ist mit dem Recyclingprinzip und den bunten, immer einzigartigen Umhängetaschen eine weltweite Erfolgsgeschichte. Auch das MOMA, New York, hat die Kultmarke in seine Designsammlung aufgenommen. Ethische und innovative Produktentwicklung stehen im Vordergrund. So hat FREITAG sich mit F-ABRIC ein Rohmaterial geschenkt: Von Grund auf selbstentwickelte Textilien aus Bastfasern, im Umkreis von 2500 Kilometern mit minimalem Ressourceneinsatz produziert, strapazierfähig und vollständig biologisch abbaubar — passend zur Unternehmensphilosophie: We think and act in cycles.

FREITAG / Nicola Stäubli - © Swiss Design Awards Journal
FREITAG / Nicola Stäubli - © Swiss Design Awards Journal

Wie sieht eure Arbeitsumgebung aus? Wie wirkt diese Umgebung auf eure Arbeit und Produkte?
Die Arbeitsumgebung bei FREITAG ist wandelbar, man sitzt nicht immer zwingend am selben Ort. Das hat auch mit der neuen Organisationsform «Holacracy» zu tun, die wir Ende 2016 eingeführt haben. Dabei geht es vereinfacht erklärt darum, dass sich das Unternehmen von starren Hierarchien verabschiedet und auf agile Unternehmensführung setzt. CEO und andere Chefpositionen gibt es nicht mehr, sondern wir organisieren uns in Kreisen, die sich — genauso wie die Rollen der Mitarbeiter — laufend anpassen können. Dies gibt den Mitarbeitern viel Raum gibt, sich weiterzuentwickeln. So hat sich auch das Betätigungsfeld von Nicola, der bei FREITAG als Produktmanager eingestellt wurde, bei dieser neusten Entwicklung ausgeweitet. Er ist nämlich nicht nur Produktmanager des ZIPPELINs, sondern hat auch die ungewöhnliche Design-Idee eingebracht und die Reisetasche mitentwickelt.

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Was inspiriert euch? Könnt ihr ein Ereignis beschreiben daseuch kürzlich inspiriert hat?
Wir denken und handeln gerne in Kreisläufen — ob wir nun ein neues Produkt aus recycelten LKW-Planen oder aus kompostierbaren Materialien konzipieren. Ein weiterer sehr wichtiger Teil unserer Design-Philosophie ist die Rekontextualisierung, sprich, etwas aus seinem ursprünglichen Kontext herauszunehmen und es in einen neuen Kontext zu setzen — so geben wir alten Planen einen neuen Zweck als Umhängetasche oder bauen aus ausrangierten und rostigen Frachtcontainern einen Flagship Store.

Der Designer des FREITAG ZIPPELIN ist ein Design-Enthusiast und Fahrrad-Aficionado mit einem Abschluss in Architektur. Aus diesen drei Bereichen kommt auch die Inspiration für den FREITAG ZIPPELIN: Als ehemaliger Architekt kenne ich mich mit luftgestützten Konstruktionen aus. Zudem war ich auch mal Fahrradkurier und beeindruckt von Klapprädern, die voll funktionstüchtig sind wenn sie montiert werden und kompakt, wenn man sie verstaut. Die Idee, einen herkömmlichen Fahrradschlauch als Ersatz für die starre und platzraubende Struktur von herkömmlichem Gepäck zu verwenden, konnte ich nicht los werden. Vor ca. 1.5 Jahren habe ich einfach mal einen solchen Schlauch genommen und diesen in ein Stück Plane eingenäht. Das Ganze habe ich anschließend aufgepumpt und erkannt, dass die Druckluft tatsächlich in der Lage war, die üblichen sperrigen Metallstrukturen zu ersetzen. Dank unseres hauseigenen Prototyping-Ateliers haben wir es schließlich geschafft, den großen Schritt von einer unkonventionellen Idee zu einem fertigen Produkt zu machen.” — Nicola Stäubli, Produktdesigner

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